Ökologie : Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen: In ökologischer, dynamischer und historischer Sicht (Uni-Taschenbücher L): In ökologischer, dynamischer und historischer Sicht

Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen: In ökologischer, dynamischer und historischer Sicht (Uni-Taschenbücher L): In ökologischer, dynamischer und historischer Sicht

EUR 55,00


ein Klassiker - Diese Bibel der Vegetationsökologie sollte nicht nur für jeden Biologen, Förster, Landwirt, Umweltpolitiker, oder wer auch immer beruflich mit der Natur zu tun hat, eine Pflichtlektüre sein, sondern ich würde sie jedem naturinteressierten Menschen ans Herz legen. Zugegeben, das sind heute nicht mehr viele, denn wer heute seine Freizeit in der Natur verbringt, tut das meistens um sportliche Höchstleistungen zu vollbringen: Laufen, Mountainbiking, Klettern... Da bleibt keine Zeit um auf die Pflanzen links und rechts des Weges zu schauen. Dabei wäre Ellenbergs Buch gerade für Mountainbiker sehr interessant, weil ihnen dann klar würde, dass sie keineswegs die Umweltsünder sind, als die sie von Konkurrenten wie Jäger, Förster und Wanderer gerne hingestellt werden. Denn wenn einmal ein Grashalm umgefahren wird, ändern sich dadurch nicht die Standortfaktoren, und schon gar nicht wird die Pflanzengesellschaft dadurch beeinflusst. Letzteres machen die Land- und Forstwirte in groß angelegtem Stil, und von der Umweltzerstörung durch Zersiedelung brauchen wir gar nicht reden.Freilich ist ein wissenschaftlich korrektes Werk nicht immer leicht zu verstehen, doch in der letzten Auflage war Ellenberg noch sehr um eine Verbesserung bemüht. So schreibt er auf S. 19: Wo irgend möglich, verwende ich deutsche Pflanzen- und Gesellschaftsnamen. Doch sind diese oft nicht eindeutig [...] - was nur allzu wahr ist, denn z.B. nennt er Leucojum vernum Märzenbecher, während man hierzulande mit Märzenbechern die gelben Narzissen meint (für Leucojum vernum kannte ich nur Frühlingsknotenblume).Letztlich wird es für den Leser egal sein, ob im Buch vom Waldmeister oder von Galium oderatum die Rede ist, solang er sich unter beidem nichts vorstellen kann. Bevor man mit Ellenbergs Buch etwas anfangen kann, sollte man - mit einer Exkursionsflora und einer guten Lupe bewaffnet - einige Ausflüge in die Natur gemacht und die häufigsten Arten bestimmt haben, damit man überhaupt weiß, wovon er redet. Dann aber vermittelt er ein tiefes Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur.Die letzte, 5. Auflage ist mittlerweise schon ein paar Jahre her, es wird aber keine Überarbeitung mehr geben, denn der Autor verstarb kurz nach der Fertigstellung dieser Auflage. Es ist beachtlich, dass er in seinem hohen Alter noch so viel Neues darin einbringen konnte. U.a. räumte er mit der Mär vom Waldsterben auf. Auch den Klimawandel versuchte er sachlich zu betrachten, statt wie heute üblich mit willkürlichen Prognosen Horrorszenarien an die Wand zu malen. Von geringen nomenklatorischen Änderungen und invasiven Neophyten abgesehen, wird das Buch in den nächsten Jahren sicher nichts an Aktualität verlieren.

Inhalt hui Form pfui - Eines vorab: Natürlich handelt es sich um ein unverzichtbares Standardwerk der Botanik und Ökologie. In ihm steckt die Lebensleistung von Heinz Ellenberg. Leider hat Ellenberg dem interessierten Laien jeglichen Zugang zu dem wichtigen Werk verbaut. Er unterliegt wie so viele seiner deutschen Kollegen in Wissenschaft und Forschung dem Irrtum, dass Wissenschaft immer Geheimwissenschaft mit eigener für Außenstehende unverständlicher Fachsprache sein muss und dass Trockenheit - auch das Exklusivitätsdenken - Grundvoraussetzung für Akzeptanz in der Wissenschaft ist. Vermutlich geht diese ungute Tradition bis in die mittelalterlichen Anfänge der Naturwissenschaft in Deutschland zu Zeiten der Alchemie zurück, um einmal die These von Alexander Kluge über die weit zurückreichenden Wurzeln in der Geschichte aufzugreifen.Ellenberg verzichtet völlig unnötig auf die Verwendung deutscher Pflanzennamen. Ich schreibe mir jetzt immer mit Bleistift die deutschen Namen über die botanischen in das Buch. Eine Sisyphosarbeit, weil sich auf fast jeder Seite des Mammutwerks umfangreiche Aneinanderreihungen von Pflanzennamen finden. Warum möchte Herr Ellenberg alle von seinem Wissen ausschließen, die nicht studierte Botaniker sind? Sollte sich diese Einstellung bei deutschen Wissenschaftsautoren nicht ändern, werden wir auch zukünftig nur Wissenschaftsbücher angelsächsischer Verfasser lesen können. Und das ist sehr schade.

Essentielles Nachschlagewerk - Wann immer man es in der Botanik, oder Ökologie mit einer Pflanzengesellschaft zu tun bekommt führt kein Weg an diesem Buch vorbei. Ein jeder der Botanik zum Hauptfach wählt sollte dieses Buch im Schrank haben. Grundlegender als all seine Nachahmer beschreibt Ellenberg die Gesellschaften mit all ihren Formen. Dazu gehören auch die Auflistung der zu findenen Pflanzen und Beispiele, wo die entsprechenden Gesellschaften zu finden sind. Ein essentiellens Handwerkszeug zur Benennung der vorgefundenen Strukturen. Selbst bei einfachen Aufgaben, wie die Auswertung einer Praktikumsarbeit an Transekten oder die gründliche Ausarbeitung eines Exkursionsprotokolls . Die aus diesem Buch zu entnehmenden Informationen geben Einblick in den pflanzensoziologischen Hintergrund des Vorgefundenen und seiner Einordnung. Natürlich muß man die Kritik anbringen, in wie weit diese Gesellschaften in ihrer beschriebenen Reinform jemals so vorzufinden sind. Dennoch werden die Gesellschaften von der heutigen Wissenschaft entsprechend angsprochen und man wird als Student nicht umhin kommen es dem gleich zu tun. Man darf auch nicht vergessen welch gründliche Untersuchungen diesem Werk vorangegangen sein müssen um eine entsprechende taxonomische Wertung der Gesellschaften zu gestatten. (Dies ist eine Amazon.de Campus-Studentenrezension.)




Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen: In ökologischer, dynamischer und historischer Sicht (Uni-Taschenbücher L): In ökologischer, dynamischer und historischer Sicht